An der Börse ist die bevorstehende neue Mark-Aufwertung gelassen hingenommen worden. Ein Satz von drei Prozent schreckt die Anleger nicht mehr. Allerdings machen sich immer mehr Leute Gedanken darüber, welche Unternehmen hart und welche überhaupt nicht von den Wechselkursänderungen betroffen werden. Deshalb die Zurückhaltung gegenüber den VW-Aktien trotz der Goodwillreise, die Wolfsburger Vorstandsmitglieder in diesen Tagen absolviert haben.

Auf der anderen Seite finden Versorgungsaktien, seit mehr als einem Jahr vernachlässigt, neuerdings Liebhaber, besonders die RWE-Aktien, von denen sich die Mehrzahl der spekulativ eingestellten Anleger aus Verzweiflung über die schlechte Kursentwicklung in den vergangenen Monaten getrennt haben. Jetzt sind diese Papiere wieder im Kommen. Das Ertragstief beim RWE ist überwunden, von der Währungskrise bleibt das Unternehmen unberührt. Hält der gegenwärtige Konjunkturaufschwung an, so wird hier der Stromabsatz überdurchschnittlich steigen.

Aber auch die Aktien der Hamburgischen Elektricitäts-Werke (HEW) haben noch eine Kursreserve, die nach und nach mobilisiert zu werden scheint. Von der Hamburgischen Landesbank ist noch einmal versichert worden, daß die HEW-Aktien, die sie für Rechnung der Stadt Hamburg aus der letzten Kapitalerhöhung übernommen hat, langfristig bei ihr bleiben und daher nicht auf dem Markt erscheinen werden. Damit sollte er als bereinigt gelten. K. W.