Öl vom Großen Bruder

Die auffälligen Anstrengungen des rumänischen Staats- und Parteichefs Ceausescu, seine Beziehungen zur Sowjetunion zu verbessern – Besuche in Moskau und Prag, Stabsmanöver des Warschauer Pakts im eigenen Lande –, haben womöglich wirtschaftliche Gründe. Als einziges Land des Ostblocks hatte Rumänien bisher sowjetisches Importöl verschmäht. Da aber der Bedarf des Landes an ausländischem Erdöl von jetzt drei Millionen Tonnen jährlich bis 1975 auf sechs Millionen ansteigen wird, will es künftig einen großen Teil davon beim Großen Bruder im Osten decken.

Scheel in Heinemanns Villa?

Der Ausbau der Bundeshauptstadt beflügelt auch die Phantasie der politischen Spitze. So möchte Bundespräsident Heinemann, der unter der Bonner Schwüle und den laut tuckernden Rhein-Schiffen leidet, seinen Dienst- und Wohnsitz auf den Bonner Venusberg verlegen und in einen dort zu errichtenden Neubau einziehen. Heinemann ist sich der Unterstützung Außenminister Scheels sicher, dessen Interesse an der Villa Hammerschmidt als Dienst- und Wohnsitz bekannt ist. Scheels jetziges Domizil auf dem Venusberg ist nett, eng und unrepräsentativ. Neu belebt wurde vom Auswärtigen Amt auch der Gedanke, als Gästehaus für Bonner Besucher die Rosenburg auszubauen. Sie liegt idyllisch, stellt allerdings ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, das nur mit erheblichem Kostenaufwand zu beseitigen wäre.

Buttersorgen in Moskau

Moskauer Regierungssprecher haben erstmals zugegeben, daß derzeit in der Sowjetunion ein Mangel an Grundnahrungsmitteln herrscht. Wie es heißt, sind in bestimmten Teilen des Landes Butter und Kartoffeln rationiert. Der Versorgungsengpaß ist eine Folge der Mißernte des vergangenen Jahres.

Schoppen bei Barzels