• Indochina

Kambodscha steht unter Kriegsrecht, seit der Schwiegersohn des früheren Staatschefs Sihanouk am Samstag mit einem entführten Flugzeug der Regierungstruppen zwei Bomben auf den Regierungspalast des Presidenten Lon Nol in Pnom Penh abgeworfen hat. Die Frau des Attentäters, des Luftwaffen-Hauptmanns So Potha, wurde inzwischen verhaftet; er selber entkam.

Der Staatspräsident war bei dem Angriff unverletzt geblieben, doch meldete Kambodscha 40 Tote und 50 Verletzte, Der Anschlag ereignete sich am Vorabend des dritten Jahrestages von Sihanouks Sturz. Er lebt seitdem im Pekinger Exil.

Mit einer schlichtet Feier in einem alten Kino auf dem Bugplatz von Saigon hat die US-Armee am vorigen Donnerstag offiziell ihre Einflußnahme auf das Geschehen in Vietnam beendet. Sie hatte im April 1969 die größte Stärke von 540 000 Mann in Südvietnam erreicht. Jetzt befinden sich dort noch 6800. Die ersten Militärberater waren 1955 von Präsident Eisenhower hinübergeschickt worden. Der Abzug muß am 28. März vertragsgemäß beende: sein. Bis dahin sollen auch die letzten Kriegsgefangenen entlassen werden. Bei Paris begannen die Verhandlungen über den südvietnamesischen „Nationalen Versöhnungsrat“.

  • Nahost

Ein jahrelang schwebender Grenzstreit zwischen den arabischen Nachbarn Irak und Kuweit hat sich an Dienstag in kriegerischen Auseinandersetzungen entladen. Beide Lander beschuldigen einander, die Feindseligkeiten ausgelöst zu haben. Nach einem Bericht von Radio Kuwait besetzten irakische Soldaten den kuwaitischen Grenzposten Sameta.

König Hussein von Jordanien hat die Todesstrafe gegen den Palästinenserführer Abu Daoud in lebenslange Haft umgewandelt. Zuvor hatten arabische Staats- und Regierungschefs zugunsten des Freischärlers interveniert. Abu Daoud war mit der Absicht zu Umsturz- und Sabotageakten nach Jordanien gekommen, verhaftet und verurteilt worden. Auch seine 15 inhaftierten Gefolgsleute werden nicht hingerichtet.