Ich habe – ich schreibe ich, nicht weil ich mich meine,sondern weil ich nicht schreiben will, es war einmal jemand, der war so und so alt und so und so groß und hatte die und die Eigenschaften – ich habe ein Haustier.

Ich verspürte eines Tages das Bedürfnis, da ich sehr allein bin, etwas um mich zu haben, das lebt, ein Wesen, das mir am Morgen nachschauen würde, wenn ich wegging, und auf und ab hüpfen würde, wenn ich am Abend nach Hause käme. Als dieses Bedürfnis mehrere Tage anhielt, beschloß ich, ihm nachzugeben, und suchte eine Tierhandlung auf.

Von Anfang an richtete ich mein Augenmerk auf etwas Pelziges, doch fand ich nicht leicht ein Tier, das meinen unbestimmten, aber doch genauen Vorstellungen entsprach. Die Schwierigkeit war, daß ich nicht sagen konnte, was ich eigentlich wollte, ich sah nur, daß ich die Tiere, die ausgestellt waren, nicht wollte. Ein Hamster zum Beispiel wäre zwar interessant gewesen, doch befürchtete ich, er würde kaum persönliche Notiz von mir nehmen, auch Meerschweinchen und weiße Mäuse waren mir aus diesem Grunde wenig sympathisch, bei den letzteren stieß mich auch die Geschäftigkeit ab, in der ich keinen Sinn sah. Ein Hund hingegen hätte mir zuviel abverlangt, und einer Katze hätte ich wieder jede Abwesenheit übelgenommen. Das Zwergkaninchen, das in der Handlung angeboten wurde, wäre vielleicht so etwas gewesen, wie ich mir vorstellte, aber dann störte mich plötzlich das durch Zucht Herabgeminderte, hinter dem ich auch eine Verzwergung seiner Emotionen vermutete. Ein Äffchen schien mir so voller Bewegungsdrang, daß ich es nicht hätte einsperren mögen, und damit war die Auswahl an pelzigen Tieren erschöpft.

Ich fragte den Händler nochmals, und da holte er aus dem Hintergemach des Ladens einen Käfig, in dem ein kleiner Pelzklumpen neben einem Futternapf in einer Ecke lag. Sogleich wußte ich, daß ich dieses Tier haben wollte. Der Händler sagte, es sei eben erst aus Malaya eingetroffen, und da die Lieferpapiere unterwegs verlorengegangen seien, wisse er nicht einmal, wie es heiße, vermutlich etwas wie ein Faultier oder eine Beutelratte, es habe sich bisher nicht aufgerollt, auch möchte er es noch eine Weile bei sich behalten.

Der Preis, den ich ihm bot, war aber so hoch, daß er augenblicklich in den Verkauf einwilligte. Er gab mir einige Ratschläge bezüglich des Futters, es war etwa das, was man einem Affen geben würde, Früchte, spanische Nüßchen, jeden Tag frisches Wasser und eine Mischung aus vitaminisierten Körnern, von der ich einen Sack mitnahm. Ich kaufte noch eine Veilchenwurzel für die Zähne dazu, dann verließ ich den Laden und trug den Käfig, der ziemlich groß war, zu mir nach Hause, wo ich ihn auf eine Kommode stellte.

Ich setzte mich vor den Käfig und wartete eine Stunde oder zwei, aber der Pelzklumpen bewegte sich nicht, ich konnte nicht einmal sehen, ob er atmete. Als ich aber die Finger durch das Gitter streckte und sein Fell berührte, war es warm.

Ich legte ihm nun die Hälfte einer geschälten Banane hinein, dazu einen zerkleinerten Apfel und einige Vitaminkörner, füllte seinen Napf mit frischem Wasser und entfernte mich aus der Wohnung. Als ich am späten Abend zurückkam und Licht machte, sah ich, daß das Essen noch genauso dalag, wie ich es hingetan hatte, aber das Wasser war ausgetrunken.