Mit der Wiedereröffnung der europäischen Devisenbörsen am Montag auf der Grundlage freier Wechselkurse zum Dollar („Floating“) endete nach 29 Jahren die Weltwährungsordnung von Bretton Woods. Der erste wichtige Pfeiler dieses Systems war schon 1971 eingestürzt, als Präsident Nixon die Goldeinlösungspflicht für den Dollar widerrief. Mit dem Entschluß von sechs europäischen Ländern zum Floaten wurde jetzt das System endgültig aufgegeben. Der Dollar hat seine Rolle als westliche Leitwährung damit eingebüßt.

Als Ersatz werden die sogenannten Sonderziehungsrechte angesehen. Sie sind eine Art Papiergeld mit festem Goldpreis, deponiert von den einzelnen Ländern beim Internationalen Währungsfonds. Sie stehen den Notenbanken zur vorübergehenden Finanzierung von Zahlungsbilanz-Defiziten zu. Dieses „Retortengold“ gibt es seit 1969.

Die Krise wurde durch eine Konferenzserie überwunden. Zuletzt tagte der erweiterte Zehnerklub – die 14 wichtigsten Industrieländer – am Freitag in Paris. Wichtig für den Erfolg war die amerikanische Kooperationsbereitschaft. Finanzminister Shultz, der zuvor Bonn besucht hatte, sicherte zu, daß die Vereinigten Staaten den Dollar notfalls an den eigenen Devisenmärkten stützen wollen, „um die jetzigen, realistischen Wechselkurse zu verteidigen“. Am Montag, bei Wiedereröffnung der Börsen, notierte der Dollar mit 2,82 Mark relativ fest. Das entspricht ungefähr dem amtlichen Kurs vor Schließung der Devisenbörsen.

Statt dessen mußte die Deutsche Bundesbank im Rahmen des Floating von sechs Gemeinschaftswährungen erstmals zugunsten der Mark am Devisenmarkt intervenieren, und zwar gegenüber dem belgischen Franc und der Schwedenkrone, die beide die neuen oberen Interventionspunkte gegenüber der Mark erreichten.