Die vier Großaktionäre von Bayerns größter Sudstätte, „Löwenbräu“ München, haben sich auf eine Transaktion geeinigt, die den Kleinaktionären, die kaum mehr als 20 Prozent des extrem niedrigen Aktienkapitals von 14,6 Millionen Mark in Händen haben, nicht gleichgültig sein sollte. Nach dem Konzept der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank und der mit ihr verbundenen Wicküler-Küpper-Brauerei KG a. A., dem sich Merck, Finck & Co und Bayerische Vereinsbank nicht ohne Bedenken fügten, wurden zunächst Grundstücke im Buchwert von 4 Millionen Mark in eine neue Tochter eingebracht: die Monachia-Immobilien-GmbH & Co, Grundstücks Verwertungsgesellschaft. Komplementärin ist die 100prozentige Löwenbräu-Tochter „Monachia“ Grundstücks-Wohnungsbau GmbH, Kommanditistin ist Löwenbräu direkt.

Der Vorstand beschränkte sich auf die Feststellung, daß das ihr übertragene Areal knapp elf Prozent des Bilanzwertes aller Löwenbräu-Grundstücke ausmacht, und daß davon 85 Prozent im Stadtgebiet von München liegen. Bezogen auf die Quadratmeter im Besitz von Löwenbräu, über deren Zahl man sich ausschweigt, treffen auf die neue „Monachia“ 10 bis 15 Prozent. Nicht widersprochen wurde vom Löwenbräu-Management der Schätzung, daß der gesamte Grundbesitz der Gesellschaft einen Verkehrswert von wesentlich mehr als 500 Millionen Mark hat.

Die Ausgründung der Monachia wird zunächst damit gerechtfertigt, daß sie in den nächsten Jahren ohne Belastung der Löwenbräu-Bilanz einige Großprojekte mit hohem Investitionsaufwand aufbauen soll: so vor allem den Bürgerbräu-Keller für annähernd 100 Millionen Mark und den „Rheinhof“ am Münchner Hauptbahnhof für rund 50 Millionen Mark. Längerfristig gesehen will man auf diese Weise sicherlich auch künftige Fusionen (etwa mit Paulaner) erleichtern.

Das Sudjahr 1971/72 (30. 9.) ist für „Löwenbräu“ nicht ganz erfreulich verlaufen, da in den USA und im karibischen Raum Absatzverluste von rund 70 000 hl eintraten und im Inland nur 20 000 hl oder zwei Prozent mehr verkauft wurden. Erstmals seit Kriegsende ist der Bierausstoß zurückgegangen: von 1,49 auf 1,45 Millionen Hektoliter (Umsätze 159,5 nach 161 Millionen Mark). Die Ertragslage wurde dadurch aber kaum beeinträchtigt. Der Hauptversammlung am 6. April werden 20 Prozent Dividende vorgeschlagen (im Vorjahr zusätzlich zwei Prozent Jubiläumsbonus). Der Gewinn je 100-Mark-Aktie wird vom Vorstand mit 26,82 nach 28,52 Mark angegeben (er ist geschrumpft, da im Vorjahr außerordentliche Erträge enthalten waren). Bö.