Kalifornien, Amerikas Sonnenstaat, hat die Wirtschaftsforschung um eine wichtige Erkenntnis bereichert: Eine genaue Beobachtung des Arbeitsmarktes hat gezeigt, daß ein direkt proportionaler Zusammenhang zwischen der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Länge des Haares bei Arbeitslosen besteht. Mit anderen Worten: Je langmähniger ein Arbeitsloser, desto länger, braucht er, um einen neuen Job zu finden. Des langen Haares kurzer Sinn: Künftig wird allen kalifornischen Männern die Arbeitslosenunterstützung entzogen, deren Haar über den Hemdkragen hinaussteht.

Im Land der Blumenkinder ist dies zweifellos als soziale Reform zu werten. Wer wie ein wohlfrisierter Mensch seiner täglichen Arbeit nachgeht, hat bekanntlich keine Zeit, eine üppige Haarpracht zu pflegen. So bedeutete es bisher eine Diskriminierung des produktiven Bevölkerungsteils, daß für individuelle Schönheitspflege auch noch Zuschüsse aus der Arbeitslosenkasse gezahlt wurden. Jetzt zog man in Kalifornien den Schluß: Auch soziale Gerechtigkeit gehört zur Lebensqualität – nicht nur langes Haar.

Konsequenterweise wird jetzt wohl auch geprüft, ob künftig langhaarige Arbeitnehmer auch höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen sollen. Schließlich ist es ihre eigene Schuld, wenn sie ihren Job verlieren und auf der Straße sitzen. Glatzenträgern könnte dagegen die Beitragspflicht erlassen werden. Denn nach kalifornischen Begriffen müßte eigentlich ein Glatzkopf die beste Garantie für die Sicherheit des Arbeitsplatzes sein. smi