Auf die „Spuren von Weimar“ verwies warnend der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl auf dem Bezirksparteitag der CDU Nordwürttembergs am Samstag in Göppingen: die erste Republik sei am kaltherzigen Freund-Feind-Verhältnis zugrunde gegangen. Adressat seiner Ermahnungen war die eigene Partei, die in ähnliche Kontroversen und Flügelkämpfe hineingerät wie die SPD.

Kohl beklagte die „sinnlose Polarisierung“ unter einzelnen Gruppen der Christlichen Demokraten und empfahl eine „offene Diskussion ohne jeglichen Defaitismus“.

Unter Hinweis auf das große „C“ im Parteinamen grenzte der Kandidat für den Parteivorsitz die CDU nachdrücklich gegen die Sozialdemokraten ab. Er hob aber hervor, die CDU könne kein Interesse daran haben, daß sich die SPD „aus der Godesberger Ecke“ verdrängen lasse. Die elementare und harte Konkurrenz mit einer anderen großen Partei im Rahmen demokratischer Übereinkünfte sei nötig.

Einen Tag nach Kohls Philippika mußte der Bremer Landesparteitag der CDU wegen heftiger Konfrontationen mit der Jungen Union abgebrochen werden. Die Nachwuchspolitiker waren Sturm gelaufen gegen die Absicht des Landesvorstandes, Anträge unter anderem zur Personaldiskussion zurückzustellen.

Zu gleicher Zeit hat der Vorsitzende der Jungen Union Rheinland, der Landtagsabgeordnete Klaus Evertz, eine „Konfliktstrategie“ gegenüber der CDU angekündigt, sofern sie nicht Konsequenzen aus Fehlentwicklungen der Vergangenheit ziehe.