Kompromißbereit zeigten sich die Vereinigten Staaten am Dienstag in der Frage eines neuen Vertrages über die Panama-Kanalzone. Vor dem in Panama tagenden Weltsicherheitsrat reagierte der amerikanische UN-Botschafter John Scali damit auf Forderungen mehrerer lateinamerikanischer Staaten, vor allem Panamas selber und Perus.

Die sechzehn Kilometer breite Kanalzone spaltet die Republik Panama in zwei Teile. Ihr Staatspräsident Omar Torrijos hatte die diesjährige Auslandstagung des Sicherheitsrates zu heftigen Angriffen auf die Vereinigten Staaten benutzt; er forderte eine „Neutralisierung“ des Kanals.

Die Amerikaner fühlten sich überrumpelt, weil die Resolution ohne vorherige Fühlungsnahme mit ihnen eingebracht worden war, andererseits aber seit Dezember zwischen Washington und Panama zweiseitig verhandelt wird. Washington hat dabei eins Erhöhung der Kanalgebühren von 1,9 Millionen Dollar jährlich auf 25 Millionen angeboten.

Jetzt sagte der amerikanische UN-Botschafter, seine Regierung wolle unverzüglich ein neues Abkommen aushandeln: Sie wolle jedoch für einen noch näher zu bestimmenden Zeitraum die Hoheitsgewalt über die Kanalzone behalten. Immerhin durchschneidet die wichtigste. Wasserstraße der Welt ein Land, das in den 69 Jahren seiner Selbständigkeit 43 Umstürze erlebt hat.