Für das zweite Jahr nach der Fusion mit der Bayerischen Staatsbank legt die Bayerische Vereinsbank, München, einen Abschluß vor, der solide Maßarbeit ohne Sensationen verrät. Die Bilanzsumme ist im ganzen um gut 18 Prozent auf knapp 20,6 (17,4) Milliarden Mark gewachsen. Während in den ersten zehn Monaten die Expansion vor allem von der Hypothekenabteilung getragen wurde, holte von November an die Bankabteilung auf, so daß allein zwei Milliarden Zuwachs im Jahr 1972 auf sie entfielen (Anteil am Bilanzvolumen 68 Prozent).

Die Zurückhaltung bei der Hereinnahme neuer Termineinlagen während des größten Teils des Jahres hat sich gelohnt: Der unsaldierte Zinsaufwand der Bankabteilung sank um 36 Millionen Mark oder fast sieben Prozent, während entsprechende Zinseinnahmen nur um unbedeutende 0,3 Prozent zurückgingen. Der Zinsüberschuß der Gesamtbank zog um 9,5 Prozent und der Provisionsüberschuß um 21 Prozent an (einmalige Einnahmen im Hypothekengeschäft fielen, allerdings um vier Prozent zurück).

Vorstandsmitglied Heribert Strobel errechnete einen um 9,4 Prozent höheren „Betriebsüberschuß“: Das „Betriebsergebnis“ – nach Vornahme aller Bewertungen – wollte er, ohne allerdings eine Zahl zu nennen, „etwa auf der Höhe des Vorjahrs“ fixieren. Ganz überzeugen konnte er mit dieser Rechnung jedoch nicht. Sicher ist, daß mehr als im Jahr zuvor für die stillen Reserven getan werden konnte. Der sogenannte „cash flow“ (Überschuß, Abschreibungen, Dotierung der Pensionsrückstellungen sowie die von 11 auf 20 Millionen Mark gestiegene Zuweisung zu den Sammelwertberichtigungen) zog auf 105 (95) Millionen Mark an – vor allem da auf Wertpapiere 13 nach zwei Millionen Mark abgeschrieben wurden. Der Effekt der Fusion hat ohne Zweifel stärker zu Buch geschlagen. Der ausgewiesene Überschuß ist mit 52 (50) Millionen Mark um vier Prozent höher. In die Rücklagen gehen 14 (12) Millionen Mark und die Aktionäre erhalten aus unverändert 38 Millionen Mark Bilanzgewinn auf das bisherige Stammaktienkapital von 168 Millionen Mark wieder 20 Prozent Dividende (20 Millionen Vorzugsaktien 23 Prozent). Inzwischen wurde das Kapital auf 223 Millionen Mark erhöht. Zusammen mit Rücklagen erreichten die Eigenmittel 777 Millionen Mark. Bö.