Sechs Direktoren befehligen acht Angestellte und verwalten zwei Diesellokomotiven, zwei ungedeckte Wagen, einen gedeckten Wagen und einen Bremswagen. Ihre Eisenbahnlinie ist 9,6 Kilometer lang und „bedient“ fünf Haltestellen – soweit man das von einer Eisenbahn sagen darf, die seit 1926 keinen regelmäßigen Passagierdienst mehr fährt.

Die Dewent Valley Light Railway Company ist eine der letzten privaten Eisenbahngesellschaften Großbritanniens. Sie genügt vollauf den technischen Anforderungen der Neuzeit: auch British Railways fährt hin und wieder auf Gleisen der Dewent Valley.

Die Aktien des Unternehmens sind an der Börse notiert, seit Juli 1971 hat jedoch kein Anteilsschein mehr den Besitzer gewechselt. Was auf den ersten Blick wie ein liebenswertes Überbleibsel aus dem letzten Jahrhundert aussieht, ist aber alles andere als ein Spielzeug für reiche Eisenbahnenthusiasten: Das Unternehmen ist profitabel; 1971 warf die Linie 11 000 Pfund ab.

Das Unternehmen lebt von der Frachtbeförderung. In einem Durchschnittsjahr gehen 60 000 Tonnen Kohle, Öl, Zement und Getreide über die Gleise der Dewent Valley. 1972. war ein außergewöhnlich schlechtes Jahr: Der Kohlestreik ließ das Frachtaufkommen schrumpfen – 50 Prozent der Tonnage besteht normalerweise aus dem schwarzen Mineral. Doch auch solche schlechten Entwicklungen beunruhigen die Angestellten der Dewent Valley kaum: Wenn keine Fracht da ist, rücken die Lokomotivführer zur Gleisreparatur aus.