Die Sensation der Woche war perfekt Zwei Tage, nachdem die Frist für das Thyssen-Angebot ausgelaufen war, explodierten die Rheinstahl-Kurse am Freitag vergangener Woche. Das Papier, das viele Kleinaktionäre auf Grund des 125-Mark-Angebotes abgestoßen hatten, zog plötzlich um 12 Mark an. Die Spekulationen überschlugen sich. Während, gut informierte Kreise gehört haben wollen, Thyssen habe sein Ziel nicht erreicht und müsse nun über die Börse nachkaufen, befestigte sich am Montag die Meinung, der Ex-Bremer Krages wolle sich eine Rheinstahl-Schachtel zulegen. Wie immer sich das Rätsel klären mag: Die kleinen Aktionäre, die ihre Papiere für 125 Mark abgegeben haben, fühlen sich düpiert.

Von der starken Nachfragetendenz profitierten auch die Kurse anderer Aktien. Teilweise wirkten die Märkte wie leergefegt. Karstadt legte 28 Mark zu, Schering 21, Daimler 17, BMW 15,50 Mark und so weiter. Fast schien es, als wären die Ausländer in den Markt zurückgekehrt. Sie stehen zur Zeit jedoch Schlange, um ein Kontingent zu erwischen, das aus dem Verkauf deutscher Aktien- und Rentenwerte frei wird und Ausländern zur Wiederanlage zur Verfügung steht. Spektakulär war vor allem die Befestigung des VW-Kurses (plus 10,50 Mark). In Börsenpreisen kursierten die verschiedensten Gerüchte über ein mögliches China-Engagement der Wolfsburger.

jfr.