Einigen Wirbel gab es in Leipzig auch um die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Kooperation zwischen beiden deutschen Staaten. Weil im Grundvertrag steht, im innerdeutschen Handel sollten überholte Regelungen angepaßt und die Struktur des Handels verbessert werden, hat Rohwedder seinem Gesprächspartner Sölle gleich ein Papier mit Bonner Vorschlägen überbracht.

Was Rohwedder im einzelnen vorgeschlagen hat, ist zwar naheliegend und vernünftig: Die DDR könnte Strom nach West-Berlin liefern und den Energieverbund Berlins mit der Bundesrepublik durch den Bau einer Stromleitung über ihr Gebiet zulassen. Beide deutsche Staaten könnten gemeinsam Raffinerien bauen und betreiben. Ihre Firmen könnten Lizenzen austauschen und auf technischem Gebiet zusammenarbeiten sowie gemeinsam technische Erzeugnisse produzieren. Aber bisher klingt das noch wie eine schöne Utopie. Bevor die DDR-Führung zu einer derartigen Zusammenarbeit bereit ist, muß sie noch über einige ihrer eigenen Barrieren springen.

Joachim Nawrocki