Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Berlin hat zwar alle Vorwürfe, es habe im Fall der vor kurzem geschlossenen Bayerischen Wirtschaftsbank AG in München seine Aufsichtspflichten verletzt, zurückgewiesen. Doch Präsident Günter Dürre wird künftig seinen „Sorgenkindern“ schärfer als bisher auf die Finger schauen: Intern hat die Kritik am Aufsichtsamt gewiß dazu veranlaßt, die Prüfungspraxis neu zu überdenken.

Wenn Dürre ausführlich hervorhob, daß sein Amt bei der Wirtschaftsbank innerhalb von neun Jahren nicht weniger als 200mal eingegriffen habe, so kann man diese Entschuldigung auch negativ für das Amt auslegen. Gerade bei solch intensiver Beobachtung hätte das Debakel verhindert werden müssen.

Obwohl die Wirtschaftsbank nicht dem Bankenverband und damit dem freiwilligen „Feuerwehrfonds“ angeschlossen war, so haben sich die Verbände des Kreditgewerbes doch zu einer Hilfe für die kleinen Sparer mit einem Konto bis zu 10 000 Mark und für sonstige Einleger, die durch den Verlust ihres Geldes in ihrer Existenz bedroht sind, entschlossen. Sie wollen dadurch vermeiden, daß die gesamte Kreditwirtschaft in ein schlechtes Licht gerät und Jusos mit ihren Verstaatlichungsforderungen Auftrieb erhalten. Schon jetzt läßt das Aufsichtsamt keine Banken mehr neu zu, die nicht einem Garantiefonds angeschlossen sind. Die beiden einzigen privaten Institute in der Bundesrepublik, die bisher noch nicht dem Verband angehören, wollen möglichst bald ihre Außenseiterrolle aufgeben. bö