Hatte im Jahr zuvor die stürmische Expansions- und Beteiligungspolitik der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, München, die Gewinne sichtlich geschmälert, so brachte bereits 1972 eine spürbare Trendumkehr. Die Ertragslage hat sich sichtlich verbessert. Der Überschuß aus dem laufenden Geschäft abzüglich aller Verwaltungskosten ist um rund 35 Prozent auf 183 Millionen Mark geklettert. Bezieht man die Kursgewinne saldiert mit entsprechenden Aufwendungen ein, so macht das Plus sogar fast 45 Prozent aus.

Unter dem Strich bleibt ein auf 54,7 (45) Millionen Mark erhöhter Jahresüberschuß. Nach dreizehn (zehn) Millionen Mark Dotierung der Rücklagen wird ein Bilanzgewinn von 41,6 (34,9) Millionen Mark ausgewiesen, aus dem der Hauptversammlung am 8. Mai unverändert 18 Prozent Dividende zuzüglich wieder zwei Prozent Bonus vorgeschlagen werden. Die interne Ertragsaufwendung wurde dadurch beeinflußt, daß auf Wertpapiere diesmal nur gut zehn (nach 42) Millionen Mark abgeschrieben werden mußten.

Hypo-Chef Anton Ernstberger, der auch im letzten Jahr mehr als jeder andere deutsche Bankier von sich reden machte und dabei viel Kritik erntete, wird diesen Abschluß den Aktionären gegenüber wesentlich leichter als den vorjährigen vertreten können. Er hat sein Versprechen, daß der Ertrag wieder mehr im Vordergrund stehen soll, offensichtlich bereits zu einem guten Teil wahrgemacht. Dabei ist das Institut auf Expansionskurs geblieben.