Die Zahl der Nacktbader und textilfreien Sonnenanbeter in der Bundesrepublik wird auf sechs bis sieben Millionen geschätzt. Der größte Teil davon läßt freilich nur im Urlaub die Hüllen fallen, obwohl nicht wenige gern auch am Wochenende in der warmen Jahreszeit ohne Badebekleidung schwimmen und in der Sonne brutzeln würden. Doch viele der zum Deutschen Verband für Freikörperkultur (DFK), 3012 Langenhagen, Walsroder Straße 6, gehörenden 148 Vereine haben wegen Platzmangel Aufnahmesperren erlassen. Die Vereinsmitgliedschaft, ohnehin nicht jedermanns Sache, bildet aber für die meisten FKK-Gelände die unüberwindbare Hürde zum Entrée. Nur wenige Vereine lassen auch solche FKK-Anhänger in ihre Paradiese ein, die nur „fördernde Mitglieder“ des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur sind. Und kaum mehr als ein Dutzend Großvereine in der Bundesrepublik öffnen ihre Tore auch solchen Interessenten, die lediglich eine Eintrittskarte für einen einmaligen Besuch erwerben wollen.

Anders ist das im Urlaub: Wer FKK-Ferien am Meer verbringen will, benötigt meist keinen FKK-Ausweis. Allerdings berechnen einige der freizügigen Ferienzentren in Jugoslawien und Frankreich bei „Ausweislosen“ einen Aufschlag zum Aufenthaltspreis. Wer dagegen die FKK-Vereinsgelände im Landesinnern von Frankreich, Holland, Dänemark und Großbritannien aufsuchen will, muß sich in der Regel als förderndes Mitglied des DFK ausweisen.

FKK-Urlaub mit Reiseveranstaltern

Im Jahre 1959 begannen die beiden Münchner Reiseunternehmen Miramare und Isaria mit der Werbung für „Sonnenreisen“, die genaugenommen die ersten FKK-Pauschalaufenthalte waren. 1966 kam das Bad Nauheimer Reiseunternehmen Oböna erstmals mit einem nur auf FKK-Reisen spezialisierten Programm auf den Markt. Zwei Jahre später folgte die Touropa. Seitdem verweisen immer mehr Reiseveranstalter in ihren Katalogen auf FKK-Strände und FKK-Ferienzentren. In diesem Jahr führen elf große Reiseveranstalter und die drei auf Nacktferien spezialisierten Reiseunternehmen FKK-Angebote in ihren Katalogen. Dabei konzentrieren sich die Pauschalreisen auf 50 FKK-Zielorte in vier Ländern. Es gibt darüber hinaus natürlich noch eine Vielzahl weiterer FKK-Strände, die aber bisher von keinem Reiseveranstalter angeboten werden. Der Grund: Diese Strände liegen meist abseits von Bahnlinien und Flugplätzen, viele auch an schwer zugänglichen Küstenabschnitten oder auf Inseln.

FKK-Reiseführer

Über die Erholungsparks von FKK-Vereinen, über textilfreie Strände und Ferienanlagen im In- und Ausland informiert der alljährlich erscheinende Reiseführer „Die schönsten FKK-Gelände in Europa“ (Danehl’s Verlag, 2 Hamburg 50, Postfach 50 03 44, Preis 8,50 Mark). FKK-Campingplätze in Europa und Zeltplätze, die in der Nähe von FKK-Stränden ohne Zeltmöglichkeit liegen, findet man im FKK-Teil des Campingführers des Deutschen Campingclubs (in allen Buchhandlungen erhältlich, Preis 9,80 Mark). Über FKK-Touristik berichtet laufend die Zeitschrift des DFK (Bezug für Mitglieder kostenlos). Der im Vorjahr neu aufgelegte, doch in seinen Angaben völlig veraltete „Vereinsführer“ der Internationalen Naturistenvereinigung INF eignet sich nicht für Urlaubsreisen, da er ausschließlich auf die interne Mitgliederinformation abgestellt ist.

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