Die CDU hat am besten von den drei Bundestagsparteien bei den Teilkommunalwahlen in Niedersachsen und Ostwestfalen abgeschnitten. Knapp zwei Millionen Einwohner in Gebieten regionaler Neugliederung waren am Sonntag aufgerufen, über die Zusammensetzung in den Stadtparlamenten, Kreistagen und Gemeinderäten zu entscheiden.

Gegenüber 1968/69 haben die Christlichen Demokraten in Nordrhein-Westfalen 2,7 (jetzt 44,1 Prozent) und in Niedersachsen sogar 6,7 Prozentpunkte dazugewonnen (jetzt 44,2 Prozent). Die SPD verbesserte sich zwar in Niedersachsen um 1,2 Punkte auf 44,3 Prozent, verlor jedoch in Nordrhein-Westfalen 1,9 Punkte und sank auf 45,2 Prozent ab. Die FDP gewann in Nordrhein-Westfalen 1,3 Prozentpunkte dazu und büßte in Niedersachsen 2,1 Punkte ein.

Die NPD mußte ihre letzten kommunalen Mandate in diesen Gebieten abgeben. Auch die übrigen Splitterparteien hatten keine Chance. Die Wahlbeteiligung betrug in Nordrhein-Westfalen 70,7, in Niedersachsen sogar 75,9 Prozent.

Trotz politischer Prominenz im Wahlkampf herrschten kommunal- und landespolitische Themen vor. Daher wollten die Bundestagsparteien die Wahlergebnisse nur bedingt als Test für die bundesweite Wählerstimmung werten. Ein CDU-Sprecher sah in den Resultaten einen Vertrauensbeweis für eine wirkungsvolle kommunale Arbeit der Union. Andererseits habe sich gezeigt, daß die Bäume der SPD „nicht in den Himmel wachsen“. Ein Sprecher der Freien Demokraten wertete die Wahlen als Beweis, daß die FDP „auf lokaler Ebene Tritt gefaßt“ habe. Die Sozialdemokraten äußerten Genugtuung über die Absage an die Radikalen.

Der CSU-Generalsekretär Tandler sah bestätigt, „daß die SPD keineswegs auf den Erfolg abonniert ist und die Union bestimmt nicht auf die Niederlage“.