Phantastisch und akkurat“, nannte Jacques Cousteau die Unterstützung aus der Feme, die ihn sein jüngstes Abenteuer überstellen half. Der französische Meeresforscher war mit seinem 42 Meter langen Forschungsschiff „Calypso“ Mitte Februar ausgerechnet in der berüchtigten Drake-Straße zwischen Südamerika und der Antarktis in Schwierigkeiten geraten: Nach der Kollision mit einem Eisberg brach eine Schraubenwelle.

Mit der zweiten, leicht beschädigten Schraube quälte sich die kleine „Calypso“ mit maximal fünf Knoten Geschwindigkeit (neun km’h) durch die schwere See im südlichen Polarmeer. Das chilenische Schiff „Yelcho“ stampfte in Wartestellung neben Cousteaus Forschungsyacht her.

Doch die „Calypso“ fand.auch ohne die „Yelcho“ einen Weg aus der windgepeitschten und eisgesprenkelten Drake-Straße – mit Hilfe von vier amerikanischen Erdsatelliten.

In aller Eile hatten die US-Behörden Nasa (Luft- und Raumfahrt) und NOAA (Ozean und Atmosphäre) zusammen mit dem Marine-Wetterdienst FWF eine Rettungsmannschaft für den bedrohten Meeresforscher / zusammengestellt. Ähnlich wie bei Apollo-Flügen dirigierten die Helfer den Havaristen aus der Ferne auf einen sicheren Kurs.

Wetter-, Treibeis- und Eisberginformationen funkte die Einsatzgruppe über den technischen Anwendungssatelliten ATS-3, der auf einer synchronen Erdumlaufbahn in 36 000 Kilometer Höhe über Brasilien steht, an die „Calypso“ (Cousteaus Forschungsschiff verfügt über Empfangsanlagen für Satelliten- und Bildfunk).

Zusätzlich zu der 72-Stunden-Vorhersage der US-Wetterdienste, durch Weltraumphotos der Wettersatelliten „Nimbus 4“ und „NOAA II“ ermöglicht, lieferte die Nasa detaillierte Eisberge Informationen für den geplanten Kurs aus der Drake-Straße: Sie wies ihren Erderkundungssatelliten „ERTS-1“ an, entgegen dem ursprünglichen Programm Photos vom Gebiet der Antarktis aufzunehmen.

Marine-Experten suchten auf den ERTS-Bildern alle Eisberge im Umkreis von 15 Seemeilen (28 Kilometer) auf dem Kurs der „Calypso“ heraus. 99 Prozent der gesichteten Eisberge waren, wie die Eis-Fachleute der Navy betonten, gefährliche kleine Brocken – sogenannte „bissige Hunde“. Treibeis hatte die Cousteau-Mannschaft dagegen nicht zu fürchten.

Cousteau, der seine Reise durch die Drake-Straße ohnehin nur „widerstrebend“ ohne Satellitenfunk-Empfangsgeräte angetreten hätte, erreichte dank der geballten Hilfe von vier Satelliten sicher den argentinischen Hafen Ushuaia auf Feuerland. Sein Kommentar zu dem Trip: „Keine besonderen Vorfälle.“