Von Gerhard Krug

Die Rocker sind wieder im Gespräch, besonders jene von Hamburg. Mehrere Anzeichen deuten auf einen warmen Frühling und heißen Sommer, die Polizei erwartet außergewöhnliche Aktivitäten von seiten der Rocker. Aus folgenden Gründen:

  • Bevor am 1. 1. 1973 das neue Waffengesetz in Kraft trat, haben sich viele Rocker noch schnell mit „Ballermännern“ versorgt;
  • drei sogenannte Rocker-Pastoren verlassen ihre Gemeinden, bei anderen macht sich Resignation breit;
  • zur Internationalen Gartenbau-Ausstellung (IGA) wird vier Monate lang der Sommer-Jahrmarkt geöffnet sein, der erfahrungsgemäß Anziehungspunkt für die Rocker ist.

Die Jugenddienststelle K 534 der Polizei, kurz „Rocker-Dezernat“ genannt, registrierte im Monat Februar rund 140 Fälle in Hamburg mit etwa 400 Tatverdächtigen. Eine Häufung von Delikten an den Wochenenden beunruhigte große Teile der Bevölkerung, an einem Montag las man folgende Aufzählung:

Eine Rockergruppe belagerte zwei Stunden lang ein Lokal. Sieben Mann ließen sich bedienen, ohne zu bezahlen.

Vor einem Lokal wurde nachts ein 32jähriger Arbeiter von fünf Rockern im Alter von 20 bis 24 Jahren krankenhausreif geschlagen.

Auf einem U-Bahnhof überfielen zwölf zum Teil stark angetrunkene Rocker einen Studenten. Die Täter überschütteten ihn mit Alkohol, schlugen dann auf ihn ein und rissen ihn an den Haaren.