Immer wenn der Dollar wankt, bitten die Ölscheichs ihre Kunden zur Kasse. Und das nicht ohne Grund. Denn die Ölexportländer des OPEC-Kartells schließen ihre Lieferverträge in Dollar ab. Eine Abwertung der amerikanischen Währung bringt ihnen damit zwar keine direkte Schmälerung der Erlöse. Doch wenn der Dollar (etwa zur Bezahlung von Importen) in andere Devisen umgetauscht wird, bekommen auch die Ölherren in Nordafrika und dem Nahen Osten seinen gesunkenen Wert zu spüren.

Die elf OPEC-Länder, die 80 Prozent der weltweiten Ölförderung repräsentieren, beschlossen deshalb in der vergangenen Woche eine neue Preiserhöhung, Wie hoch sie ausfallenwird, soll allerdings erst in Verhandlungen mit den Abnehmern vereinbart werden. Daß bereits im Januar 1972 eine Preisvereinbarung bis zum Jahre 1975 unterzeichnet wurde, stört die Ölländer nicht. Die Mineralölgesellschaften rechnen damit, daß sie künftig mindestens zehn Prozent mehr zahlen müssen. Dami: dürften auch Benzin und Heizöl bald teurer werden.

Eine Alternative bietet sich für die Ölverbraucher nicht, denn der kostbare Rohstoff wird immer rarer. In den USA wird bereits, befürchtet, daß im kommenden Sommer das Benzin knapp wird. Die Reserven sind jedenfalls schon auf einen bedenklich niedrigen Stand angelangt, smi