In Washington weiten sich die Enthüllungen über den mysteriösen Einbruch beim Parteivorstand der Demokraten im Büro- und Hotelkomplex des Watergate am 17. Juni vergangenen Jahres zu dem wahrscheinlich größten politischen Skandal Amerikas der jüngsten Zeit aus. Nachdem James McCord, der frühere Sicherheitsbeauftragte beim Ausschuß zur Wiederwahl Präsident Nixons und einer der Haupttäter bei dem mißglückten Unternehmen, jetzt vor dem Richter und einem Senatsausschuß nach langem Schweigen voll aussagen will, ist zu erwarten, daß die entscheidende und bisher ungeklärte Frage dieser bizarren politischen Sabotageakten beantwortet wird: Wer hat sie angezettelt und gelenkt?

Schon jetzt weisen viele Spuren direkt in das Weiße Haus und auf die damalige Wahlkampfleitung der Republikaner. McCords erste Aussagen sollen engste Mitarbeiter Präsident Nixons direkt belasten. Amerikanische Kommentatoren beginnen, mit dem Finger auf den Präsidenten persönlich zu zeigen. Ein prominenter Republikaner nannte den Skandal einen Dolch im Herzen der republikanischen Partei. Für Richard Nixon kann das Watergate zu seinem Waterloo werden. J. Schw.