Die Autoren des Regierungsreports betonen, daß nicht nur die betroffenen Unternehmen unter dem Aufstand gegen die Langeweile und scheinbare Bedeutungslosigkeit zahlreicher Tätigkeiten in Industrie und Verwaltung leiden. Auch die Gesellschaft insgesamt müsse dafür bezahlen. Die steigende Kriminalität, der Drogen- und Alkoholmißbrauch gehe zu einem großen Teil auf die Frustration, Entfremdung und Enttäuschung zurück, die zahllose Amerikaner täglich an ihrem Arbeitsplatz erleben.

Was bei Kaiser Steel eher ein Zufall war, wird von zahlreichen anderen Unternehmen in den USA daher heute bewußt angestrebt: eine stärkere Aktivierung der Arbeitnehmer und eine Neugestaltung des Produktionsablaufs. Richard Gerstenberg von General Motors umriß das Ziel: "Wir müssen die Arbeitsbedingungen verbessern und Routinearbeiten von ihrer Langeweile befreien. Der Beschäftigte muß mehr Befriedigung in seiner Tätigkeit finden, mehr Handwerkerstolz entwickeln können. Soweit wie möglich muß der Arbeitnehmer an Entscheidungen beteiligt werden, die seine Tätigkeit direkt betreffen."

Die Erfolge, die mit Versuchen dieser Art bereits erzielt wurden, sind zum Teil erstaunlich.

In der nächsten Folge: Humanisierung bringt Gewinn – Neue Methoden der Arbeitsplatzgestaltung – Gruppenarbeit statt Roboterdasein