Nach den Modellen 280 S/SE und 350 SE kommt also jetzt der bullige 4,5 Liter V-8 der SL-Klasse von Mercedes-Benz auf den Markt. Der 450 SE entwickelt nur wenige PS mehr als der 3,5 Liter (225 gegenüber 200), aber er produziert viel Drehmoment (nämlich 38,5 mkp Bei 3000 U/min, 40 Prozent mehr als der 3,5 Liter). Und mit Drehmoment fährt man im täglichen Betrieb, die Höchstleistung (die ja nur bei der Nenndrehzahl zur Verfügung steht) läßt sich kaum je ausnutzen.

In der Praxis fährt man mit dem 450 SE kaum schneller als mit dem 350er (die Spitze liegt mit 210 km/st ohnehin nur 5 km/st höher), aber man fährt gelassener. Der Motor läuft unter allen normalen Bedingungen verhalten mit Drehzahlen zwischen 1500 und höchstens 3000 U/min, man hört ihn nicht. Tritt man voll aufs Gaspedal, so beschleunigt er das 1740 kg schwere Auto aber in 9,3 Sekunden auf 100 km/st: Eine Zeit, die jedem Porsche zur Ehre gereicht, die der Mercedes aber sehr viel leiser bringt. Dank eines neuen Anfahrausgleichs an der Hinterachse geht der 450 SE beim vollen Beschleunigen kaum noch hinten in die Knie, er „taucht“ kaum noch vorn beim scharfen Bremsen – auch dies mindert den subjektiven Eindruck der Beschleunigung im Wagen.

Als 450 SEL hat der neue Wagen ähnlich wie früher der 280/300 SEL eine um zehn Zentimeter längere Karosserie. Die zusätzlichen Zentimeter kommen ganz dem Fußraum vor der hinteren Sitzbank zugute. Außer einer Trennwand zum Fahrer besitzt der 450 SEL eine besonders aufwendige Ausstattung ganz in Samt. Mit 38572,50 Mark bildet das Auto (vom „600“ einmal abgesehen) das gegenwärtige Spitzenmodell bei Daimler-Benz; ein 6,3 Liter kommt später in diesem Jahr. Der normale „kurze“ 450 SE kostet 33966,50 Mark (wie der SEL serienmäßig mit automatischem Getriebe ausgerüstet). Zum Vergleich: Für den 350 SE (mit Handschaltung) werden 30247,50 Mark verlangt.

Der 4,5 Liter V-8 ist samt Automatik und Anfahrausgleich auch in den Sporttypen 540 SL und 450 SLC zu haben. Auch hier beträgt der Mehrpreis rund 3700 Mark. St. W.