Es war ohne Zweifel eine interessante Gesellschaft, die am 25. Januar auf dem Penthaus des neuen Londoner Churchill-Hotels konferierte. Leider: fanden sich die zwei Dutzend Teilnehmer – Angehörige internationaler Investmentfonds und Wertpapiervertriebsgesellschaften – fünf Jahre zu spät ein. Das Meeting war von einer Organisation einberufen worden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die in Mißkredit geratene internationale Investmentbranche ins rechte Licht zu setzen.

Der Organisation mit dem Namen „Investors Protective Association“ (IPA) mit Sitz in Kopenhagen (Kompagnistraede 6, DK-1208, Copenhagen K) sollen gegenwärtig mehr als 50 Gesellschaften angehören. „Geprüfte“, wie Präsident Noel Fox erklärte. Ziel der eifrigen Imageverbesserer die Rolle einer international akzeptierten „Aufsichtsbehörde“ zu spielen, die insbesondere off-shore Fonds prüft und gegebenenfalls mit dem Siegel der Zuverlässigkeit versieht.

Trauriges wird dabei zutage gefördert. „Von 11 Fonds, die wir im letzten Jahr unter die Lupe genommen haben“, so weiß Anthony Sheperd, Vizepräsident von Burns International Securities Services, „waren alle ausnahmslos betrügerisch. Einige mit nichts als einem Messingschild über einem panamesischen Briefkasten, Andere in Händen organisierter Verbrecher in Miami.“

Abenteuerliches weiß auch Ray Stults von Londons Coudert Bros, zu berichten: „Wer solche Fonds kritisiert (does stick his neck out with unfavourabel comments on certain companies), riskiert einiges!“ „Dabei kommt uns der dänische Firmenstandort zugute“, frohlockt Fox. Es ist nämlich für Ausländer nicht leicht, dort zu prozessieren. „Dafür“ – so Fox –, „gibt es um so mehr Drohungen.“

Das erste Ziel der Organisation (so R. D. Honegger von Formula Section in Zürich): Einheitliche Bewertungskriterien zu entwerfen. Bislang überprüfen die einzelnen Mitgliederfirmen die Aufnahmeaspiranten (gegen entsprechendes Honorar versteht sich) und überlassen die letzte Entscheidung einem Gremium von Wirtschaftsprüfern der Firma Coopers & Lybrand, das herausfinden muß, ob „minimum Standards“ erreicht werden und ob möglicherweise Interessenskonflikte bestehen.

Präsident Noel Fox, der fest davon überzeugt ist, daß seine Organisation eine internationale SEC (amerikanische Börsenaufsichtsbehörde) werden wird, meint dazu: „Der Tag wird kommen, da nur noch IPA-geprüfte Fonds Geschäfte machen können.“ „Insgesamt positiv“, beurteilt die bekannte amerikanische Arthur Lipper Corp. das Treiben der Fondsprüfer. Doch sie kommen – wie gesagt – für deutsche Anleger fünf Jahre zu spät.

jfr.