Eigentlich sollte man doch meinen, nach dem teuren Olympia-Spaß von München seien die bundesdeutschen Sportsfreunde erst einmal mit genug Millionen gefüttert worden. Doch der Schreck über die unerwartet hohen Olympiakosten steckt den Finanziers noch in den Gliedern, da fordern Deutschlands Kicker einen neuen Millionensegen. Sieben Städte wollen sich nicht mit den 50 Millionen Mark zufriedengeben, die Bonn zum Ausbau ihrer Stadien zur Fußballweltmeisterschaft spendiert hat. Dem Bundestag wurde angetragen, 30 Millionen zusätzlich locker zu machen.

Offensichtlich handeln die Kommunen wieder einmal nach dem Grundsatz: Wenn wir erst einmal ins kalte Wasser springen, wird uns schon einer rausziehen. Fast eine Viertelmilliarde Mark stecken sieben Fußballhochburgen in den Ausbau ihrer Arenen. Und mit fast absoluter Sicherheit kann man annehmen, daß diese Summe am Ende doch wieder um einiges höher ausfallen wird (siehe München).

Wem diese Investitionen auf lange Sicht dienen sollen, ist dabei nur schwer zu erkennen. Dabei kosten größere Stadien auch mehr Unterhalt, also mehr Steuergelder. Oder wird man eines Tages Industrielle finden, die zu Werbezweckennicht nur Kickergehälter zahlen, sondern auch Stadien für Vereine mieten – gegen entsprechende Umbenennung natürlich. Wie wäre es etwa mit „Magenbitter-Stadion Hannover“? smi