David hat den Kampf gegen Goliath aufgenommen. Luxemburg weigert sich, der Gründung des Europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit zum 1. April zuzustimmen. Der Grund für dieses Veto: Großbritannien will den Sitz des Fonds nicht in der Hauptstadt des Großherzogtums, sondern in Brüssel haben.

Luxemburg beruft sich auf verbrieftes Recht. Im Vertrag von 1964 über die Zusammenlegung der Institutionen von Montanunion, EWG und Euratom war den Luxemburgern zugesagt worden, daß sie andere Dienststellen der Gemeinschaft, insbesondere auf dem Gebiet der Finanzen, erhalten sollten – vorausgesetzt, daß ihr reibungsloses Funktionieren gewährleistet ist. Mit ihrer Unterschrift unter den Beitrittsvertrag haben die Briten dieses Recht anerkannt.

Trotzdem stellen sie sich gegen den Luxemburger Anspruch. Sie behaupten, allein schon wegen der ungünstigen Verkehrsverbindungen könnten in Krisenzeiten rasche Zusammenkünfte der Zentralbankpräsidenten behindert werden. Luxemburg sei also nicht der rechte Ort für den Fonds, aus dem später einmal eine europäische Zentralbank entstehen soll. Auch wenn es den Briten schwerfällt: Sie müssen begreifen, daß das Großherzogtum Luxemburg ihnen in der EG gleichberechtigt ist. Die Zeiten, als England ein ganzes Weltreich kommandierte, sind schließlich geraume Zeit vorbei. hhb