Mit einem Veto der Vereinigten Staaten – dem dritten seit Bestehen der Vereinten Nationen – endete am vorigen Donnerstag die diesjährige Auslands-Tagung des Weltsicherheitsrates in Panama ohne Ergebnis. Der US-Botschafter bei der UNO, John Scali, blockierte einen Antrag, wonach Washington „unverzüglich“ mit Panama einen neuen Vertrag über die Zukunft der seit 1903 von den Nordamerikanern beherrschten Kanalzone abschließen solle. Das „faire und gerechte Abkommen“ sollte der Republik Panama „wirksame Souveränität“ über das gesamte Territorium einräumen.

Die Resolution hatten Panama und Peru eingebracht. Es war die abgeschwächte Version eines vorherigen Antrages, worin die Vereinigten Staaten zur sofortigen „Neutralisierung“ der Kanalzone aufgefordert worden waren. Da der erste Antrag die Fronten verhärtet hatte, war mehrere Tage lang hinter den Kulissen nach einem Kompromiß gesucht worden.

Schließlich zeigte Washington sich bereit, ein neues Abkommen auszuhandeln. Es war jedoch deutlich, daß die Amerikaner an eine Übereignung in naher Zukunft nicht dachten; es konnte allenfalls um die Fixierung eines solchen Termins gehen. Dieses magere Zugeständnis wurde dann von der zweiten Resolution überholt.

Daß die heutige Rechtslage auf Dauer unhaltbar ist, wird auch von den Vereinigten Staaten nicht bestritten; schließlich verhandeln sie seit 1964 mit Panama. Scali begründete das Veto damit, eine Einmischung der Vereinten Nationen in eine zweiseitige Angelegenheit sei „weder angebracht noch hilfreich“.

So liegt das Ergebnis der Sitzung für Panama nur in einem moralischen Erfolg.