Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann –

Unbedingt:

Wolfgang Amadeus Mozart: "Sechs Streichquartette (KV 387 bis KV 465)"; Juilliard-Quartett; CBS 77349, 39,– DM

Der Stil der Juilliards mag manchem Mozartianer unbehaglich sein. Ähnlich Rudolf Barschai und dessen Moskauer Kammerorchester nehmen die Amerikaner dieser Musik das wienerische Lokalkolorit. Sie musizieren sie – mustergültig präzis – gänzlich in eine Sphäre allgemeinerer Verbindlichkeit. Übrigens sind jetzt, in einem RCA-Doppelalbum (RK 11533/1 – 2, 29,– DM), endlich auch wieder die Juilliard-Aufnahmen später Beethoven-Quartette erschienen.

Nach Möglichkeit:

Ludwig van Beethoven: "Fidelio"; Mödl, Jurinac, Windgassen, Frick, Edelmann, Schock, Poell, Chor der Wiener Staatsoper, Wiener Philharmoniker, Leitung: Wilhelm Furtwängler; Electrola-Dacapo 147-01105/7, 33,– DM

Um Furtwänglers "Fidelio"-Kompetenz ganz ermessen zu können, lasse man sich in einem Schallplattenladen den Beginn des Finales ("Heil sei dem Tag") anspielen: in den Aufführungen von Klemperer, von Fricsay und schließlich von Furtwängler. Bei Klemperer hört man monumentale Statik à la Gluck, bei Fricsay Leichtfüßigkeit à la Rossini, allein Furtwängler trifft Beethovens dithyrambischen Jubelton.