Von Marlies Menge

Berlin

Keine. Zeit, keine Zeit, das Festival ist nicht mehr weit, schrieb Ostberlins Zeitschrift NBI zum Vorbereitungs-Endspurt für die "X. Weltfestspiele der Jugend, und Studenten", die in elf Wochen in Ostberlin stattfinden.

Die DDR trainiert ihre Rolle als Gastgeber ausgiebige Schon im Februar letzten Jahres konstituierte sich im Roten Rathaus zu Ostberlin das "Nationale Festivalkomitee der DDR", mit Erich Honecker als Präsidenten; er hat Erfahrungen im Vorbereiten solcher Festivals: Der kommunistische "Weltbund der demokratischen Jugend", der seit 1945 in Abständen von zwei Jahren Weltjugendfestspiele veranstaltet, wählte Ostberlin (nach Prag, Budapest, Bukarest, Warschau, Moskau, und Helsinki) zum zweitenmal als Austragungsort. Beim erstenmal, 1951, war Honecker noch Chef der FDJ.

Seit über einem Jahr wird also das große Ereignis vorbereitet, unübersehbar: Die Post gab Sondermarken zu den Weltfestspielen heraus, überall schmückt das Festivalemblem (aus Pappe oder Plastik) Schaufenster und Straßen. Das Emblem ziert Seidenschals, Wasserbälle, Jo-Jos und Windmühlen. VEB Vereinigte Wettspielbetriebe startete die Sonderziehung "Festival-Knüller", Kleinmöbel heißen "Festival", sogar ein Kupferschmelzofen wurde "X. Weltfestspiele" getauft.