Die erste geheime Wahl im SPD-Vorstand wurde am Montag zur Kampfabstimmung. Jochen Steffen, Linksaußen der Parteiprominenz, blieb dabei auf der Strecke. Mit der geringsten Stimmenzahl (18 von 35) lag er um zwei Stimmen hinter Elfriede Eilers, der Vorsitzenden der Frauen-Arbeitsgemeinschaft in der SPD. Steffens Mißerfolg veranlaßte den niedersächsischen Kultusminister von Oertzen – ebenfalls Vertreter der Linken – die eigene Wahl (26 Stimmen) nicht anzunehmen. Auf eine Wiederwahl verzichtete Verteidigungsminister Leber – aus Arbeitsüberlastung, wie er sagte.

Neben Frau Eilers kamen die Bundesminister Arendt (Arbeit und Soziales), Eppler (Wirtschaftliche Zusammenarbeit) und der rheinland-pfälzische SPD-Landesvorsitzende Dröscher neu ins Präsidium; wiedergewählt wurde Städtebauminister Vogel. Arendt und Vogel erhielten die höchste Stimmenzahl: je 31.

Ausgeschieden sind neben Leber auch Annemarie Renger, Egon Franke und Alex Möller. Auf dem SPD-Parteitag in Hannover waren bereits sechs der elf Präsidiumsmitglieder gewählt worden: Willy Brandt, seine Stellvertreter Helmut Schmidt und Heinz Kühn, Herbert Wehner, Bundesgeschäftsführer Holger Börner und Schatzmeister Alfred Nau. Die meisten Aufgabenbereiche im Präsidium werden erst im Juni verteilt.