Gottlieb Duttweiler, Schweizer Nationalrat und Genossenschafts-Ideologe, wollte Deutschlands Autofahrer beglücken, aber deutsche Aktionäre machte er unglücklich. Die Erdölwerke Frisia AG in Emden, 1957 von ihm gegründet, kam aus ihren Kinderkrankheiten nie recht heraus.

Ansatzpunkt für Duttweilers Pläne in Deutschland war der hohe Gewinn, den Mineralölgesellschaften damals in der Bundesrepublik beim Benzinverkauf erzielten. Mitte 1957 betrug die Steuerlast je Liter Normalbenzin knapp 33 Pfennig, bei Preisen zwischen 63 und 68 Pfennig je Liter. Der Mineralölindustrie blieben für Rohöl, Raffination, Vertrieb und Provisionen rund 30 Pfennig übrig.

Fünf Jahre später war diese Spanne auf 22 Pfennig gefallen. Das große Geldverdienen, das Duttweiler den deutschen Aktionären in Aussicht gestellt hatte, fand nicht statt. Der im Vergleich zu den Markenstationen nur wenig niedrigere Frisia-Preis war keine Attraktion, die Frisia reüssierte nicht.

Ende 1965 übernahm die bundeseigene Saarbergwerke AG die Frisia-Mehrheit. Aber auch die Bergleute aus Saarbrücken hatten an Duttweilers Nachlaß keine Freude. Und nun hat offensichtlich auch der US-ölgigant Gulf Oil, der 1970 in das Frisia-Abenteuer einstieg, die Nase voll.

Zur Zeit sieht es so aus, daß Volksaktionäre Eigentümer der Frisia werden: Die Veba verhandelt mit Gulf über einen Erwerb der Emdener Raffinerie und den etwa 750 Gulf-Tankstellen. Dabei ist das Unternehmen ängstlich bemüht, in der Öffentlichkeit nicht den Eindruck entstehen zu lassen, als sei ein Frisia-Engagement Ersatz für die am Niederrhein geplante Raffinerie Orsoy. Einziger Kommentar aus dem Hause Veba: Wir wollten ja schon immer nach Norden, hgk