Japans größter Schnapsproduzent versetzte den schottischen Whiskybrennern einen harten Schlag: In Hakushu weihte die Suntory-Gruppe eine der größten Whisky-Destillen der Welt ein. Jährlich sollen in Hakushu vier Millionen Gallonen (18,2 Millionen Liter) Malzwhisky zubereitet werden – die größte schottische Brennerei produziert in einem Jahr knapp zehn Millionen Liter.

Aber nicht nur die Dimension des Neubaus erschreckt die Schotten. Suntory, so vermutet die englische Wirtschaftszeitung Financial Times, könnte seine guten Beziehungen zur japanischen Regierung ausnützen, um den Import von Originalwhisky zu erschweren. Schließlich muß die neue Destille ausgelastet werden.

Dabei hatte das Geschäft mit Japan sich erst in der jüngsten Vergangenheit gut angelassen. Der fernöstliche Inselstaat entwickelte sich zu einem der größten Whisky-Konsumenten der ganzen Welt: Im vergangenen Jahr wurden in Japan etwa 96 Millionen Flaschen Whisky verkauft, drei Millionen. davon kamen aus schottischen Brennereien. Damit lagen die Japaner weit vor den Briten, die 1972 nur rund 36 Millionen Flaschen leerten.

Die Japaner wollen die Schotten aber nicht nur von der heimischen Insel verdrängen, sondern ihnen auch im Ausland Konkurrenz machen. Zukünftig brennt Suntory Whisky nicht nur für den Hausgebrauch. Mit Bulgarien einigten sich die Japaner auf einen Vertrag, nach dem Suntory Whisky liefert und dafür aus Bulgarien Wein bekommt. ei