Mannesmann-Chef Egon Overbeck kann stolz sein. Während die Kollegen aus der Stahlindustrie nur ungern an das vergangene Jahr erinnert werden möchten, ließ er sich für das Geschäftsjahr 1972 die Note „gut behauptet“ ausstellen. Die Entwicklung der Mannesmann-AG vom Hütten- und Röhrenwerk zum Konzern, in dem neben dem traditionellen Geschäft Maschinen- und Anlagenbau, Chemie und Kunststoffverarbeitung, Handel und Reedereigeschäfte betrieben werden, ist ein voller Erfolg. Leider sieht es nicht ganz so schön aus aus dem Blickwinkel der Aktionäre. Der Bilanzgewinn (65,669 Millionen Mark) blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Und unverändert bleibt damit auch ihre Dividende von zehn Prozent.

Der Konjunkturrückgang in den ersten drei Quartalen des letzten Jahres zehrte deutlich an den Umsätzen der Röhrenwerke. Durch die Erhöhung in den anderen Bereichen konnten diese Einbußen jedoch wieder aufgefangen werden. Als besonders umsatzstark erwies sich insbesondere der Maschinen- und Anlagenbau, bei dem sich die längerfristige Fertigung positiv bemerkbar machte. Mit seiner Geschäftspolitik, die auf der Schaffung von drei etwa gleichgroßen Konzernsäulen beruht (Hütten/Röhren- Handel/Reederei- Maschinen/Anlagen), lag der Mannesmannvorstand goldrichtig. Ob das auch für das laufende Geschäftsjahr zutrifft, muß sich erst noch zeigen. Nach der bisherigen Ertragsentwicklung dieses Jahres und den noch nicht absehbaren Folgen der Investitionssteuer dürfte der Konzern seine Leistungen möglicherweise gerade behaupten oder sogar „gut behaupten“. Ob allerdings mehr drin liegt, muß abgewartet werden. Eg.