Vom 14. bis 16. Juni wird in Hamburg bei Dr. Hauswedell und Nolte „Moderne Kunst“ versteigert. Der Auktionskatalog ist mit 1947 Angeboten wieder ein ganzes Stück stattlicher als im Vorjahr, geraten. Die Hauswedell-Auktion ist die größte deutsche Versteigerung für zeitgenössische Kunst. Den größeren Raum nehmen allerdings Arbeiten von Künstlern der inzwischen schon etwas antiquierten „Moderne“ ein. Eine große Auktion ausschließlich für zeitgenössische Kunst wird es Anfang Juli bei Sotheby in London geben.

Der Reigen der großen Kunstmessen wird vom 20. bis 25. Juni in Basel fortgesetzt. Die „Art 4’73“ sorgt mit 270 Ausstellern und Präsentationen von 1400 zeitgenössischen Künstlern für neue Rekorde. Eine „Auktion zugunsten notleidender Kinder“ im Rahmen eines „Art Festival“ wird mit Zeitgenossen aus anderen Fachrichtungen veranstaltet: Kulenkampff, Eddie Constantin, Katja Ebstein und Mireille Mathieu. Nach der Sommerpause geht der Messebetrieb in Deutschland weiter: In Düsseldorf und Köln werden Ende September wieder IKI und KKM veranstaltet – neue Ausstellerrekorde sind bereits angekündigt.

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Mit neuen Kunstinformationen wird gegenwärtig in Deutschland nicht geknausert: Seit Anfang April gibt es das Kunstforum als aktuelle Zeitschrift für alle Bereiche der bildenden Kunst. Neu ist am Kunstforum lediglich das unglücklich kleine Format und die wenig haltbare Broschürenbindung (Preis: 7,50 Mark). Fast gleichzeitig erschien das erste Heft Kunstmarkt, herausgegeben vom „Verein progressiver deutscher Künstler“. Für zwei Mark bietet das dünne Heft kaum mehr als schöne Bilder von Kunstwerken aus dem Lager der Vereinsmitglieder. Als neuestes Objekt erschienen ist die Zeitschrift Heute Kunst. Es ist ein Ableger der Zeitung „Flash Art“, die in Italien erscheint.

Ein Rekord aus dem Jahre 1970 wurde auf einer Auktion in New York gebrochen. Ein Gemälde von Georgia O’Keefe wurde bei 120 000 Dollar zugeschlagen und stellte damit den Rekord von Roy Lichtensteins „Big Painting No. 6“ ein. Den Ruhm, Produzent des teuersten Gemäldes eines lebenden amerikanischen Künstlers zu sein, gewann Lichtenstein 1970 noch mit „bescheidenen“ 75 000 Dollar.

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art in progress, Züricher Galerie mit gemäßigtem Avantgarde-Programm, zieht nach München um. Ingvild Vogel verläßt die Schweiz nicht freiwillig. Schweizer Behörden haben der Galeristin eine Erneuerung ihrer Arbeitserlaubnis verweigert, art in progress ist bereits mit einer Edition in Konstanz seit längerem auf dem deutschen Markt.