Die Positionen in Helsinki – Entspannung zwischen den Blöcken?

Von Hans-Adolf Jacobsen

Seit Hoffnung besteht, die Epoche der Konfrontation zwischen Ost und West durch den blockübergreifenden Dialog zu überwinden, ist immer deutlicher geworden, daß neben der Bereinigung bilateraler Probleme nur die Zusammenarbeit aller europäischen Staaten, vorerst verstanden als ein Prozeß des geordneten Nebeneinanders und des friedlichen Wettbewerbs, aus der Sackgasse sicherheitspolitischer Erwägungen und Maßnahmen herausführen kann. Denn an die Gestaltung eines Friedens, der mehr als Abwesenheit von Krieg und Pressionen sein soll, ist erst dann zu denken, wenn alle Betroffenen ihre Politik stärker auf gemeinsames Handeln auszurichten beginnen. Das erfordert von ihnen einen beachtlichen Willen zum Umdenken und die Ausarbeitung eines Katalogs übereinstimmender Interessen und Ziele. Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wird einer der größten Prüfsteine sein.

In zunehmendem Maße hat sich in den letzten Jahren auch die Wissenschaft mit diesen Fragen beschäftigt, die Haltung der Blöcke und Staaten erforscht, aber auch Modelle entwickelt, die mittel- und langfristig gesehen, als Zielbilder einer gesamteuropäischen Friedensordnung betrachtet werden können.

Fehlende Kritik

Wer sich umfassend über Konzeptionen europäischer Sicherheit in den sechziger und siebziger Jahren unterrichten will, kann dies mit Hilfe eines recht voluminösen Dokumentenbandes versuchen:

„Sicherheitskonferenz in Europa. Dokumentation 1954–1972. Die Bemühungen um Entspannung und Annäherung im politischen, militärischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technologischen und kulturellen Bereich“; Hrsg. v. F.-K. Schramm, W.-G. Riggert und A. Friedel; Metzner-Verlag, Frankfurt a. M. 1972; 975 S., 88,– DM.