Vierzehn Jahre nach Chruschtschow ist zum zweitenmal ein sowjetischer Parteichef nach Amerika gereist. Doch schon die Ankunft Leonid Breschnjews deutete den Wandel des Verhältnisses an. Während sein Vorgänger einen großen Auftritt inszeniert und dröhnend verkündet hatte, Eisenhowers Enkel würden Kommunisten sein, traf Breschnjew am Wochenende betont unauffällig und abgeschirmt von Presse und Öffentlichkeit auf dem Militärflughafen Andrews ein.

Nach diesem protokollarischen Sparprogramm – Außenminister Rogers vertrat die Gastgeber – folgte erst am Montag der offizielle Empfang durch Präsident Nixon im Weißen Haus. Zuvor hatte Breschnjew, der zehn Tage in den Vereinigten Staaten bleibt, zwei Tage auf Nixons Wochenendsitz Camp David verbracht.

Zu den Hauptthemen des Arbeitsbesuches gehören Abrüstungs- und Wirtschaftsfragen. Als es bei der Ankunft regnete, hat Rogers in Anspielung auf Rußlands riesige Weizenkäufe gesagt: „Das ist ein Ernteregen, der in Amerika als gutes Vorzeichen gilt.“ Die Mitreise von Außenhandelsminister Patolitschew unterstreicht Moskaus Handelsinteresse.