Von Schores Medwedjew

Noch bevor im Oktober 1972 die englische Originalausgabe erschien, gab es scharfe Auseinandersetzungen um dieses Buch –

David Burg/George Feifer: „Solschenizyn“ – Biographie, aus dem Englischen von Arne und Eva Aggebrecht, Liselotte Julius, Monika Raeithel-Thaler und Gerhard Vorkamp; Kindler Verlag, München; 411 S., 35,– DM.

Diese Auseinandersetzungen hingen mit Solschenizyns im Dezember 1971 veröffentlichtem Protest zusammen und mit seinen heftigen Bemerkungen über die Methoden der Informationsbeschaffung für biographische Arbeiten, die er Anfang April 1972 in einem Interview mit Korrespondenten zweier amerikanischer Zeitungen geäußert hatte.

David Burg und George Feifer handelten durchaus korrekt, als sie in der Einleitung zur Biographie die Texte dieser Proteste anführten, um es dem Leser zu ermöglichen, darüber zu urteilen, inwieweit die Reaktion des Helden des Buches begründet war. „Solche Informationen sammeln die Autoren ohne meine Kenntnis und ohne meine Zustimmung auf oft dunklen Umwegen durch Befragung von Personen, die mich irgendwann gekannt haben, oft aber gar nicht informiert sind. Das auf solche Art zusammengetragene Material wird durch angebliche Tatsachen und Motivierungen ergänzt, die schon deshalb erfunden werden müssen, weil die wirklichen Umstände und Beweggründe meiner Arbeit wegen der Abgeschiedenheit, in der ich lebe, niemandem bekannt sind. Eine derartige Sammlung von Informationen unterscheidet sich in nichts von simpler Bespitzelung...“