Bei ständig steigenden Preisen fragt sich wohl mancher, der zur Miete wohnt: wäre es nicht vernünftiger, Schulden zu machen, sich ein eigenes Haus zu kaufen und dann mit dem Mietgeld die ohnehin durch Inflation ständig sich verringernden Schulden abzubezahlen?

CONTRA:

1. So ganz geht die Rechnung wohl nicht auf: daß die Summe von zehn oder zwanzig Jahresmieten ausreichte, sich ein eigenes Haus zu bauen. Drei Spezialgutachter kamen zu drei verschiedenen Ergebnissen. Statt ihrer stehe die allgemeine Überlegung: Wo zwanzig Jahresmieten den Preis des Hauses einbringen, erweisen sich die Vermieter als Wucherer, die gewissermaßen auf Kosten ihrer Mieter sich Häuser bauen.

2. Mit Schulden, Zinsen, Steuern, Maklern, mit Geld, das man nicht hat, umgehen: das will gelernt sein sonst überwiegen die dadurch erzeugten Unlüstgefühle den Lustgewinn durch das eigene Haus erheblich.

3. Ein eigenes Haus macht (bei Menschen anders als bei Schnecken) unbeweglich – und das in einer Gesellschaft, die auf steigende Mobilität angelegt scheint.

4. Da die Grundstückspreise in Ballungszentren für Normalverdiener unerschwinglich geworden sind, werden die Eigentumshäuser immer weiter an den Stadtrand oder ganz aus der Stadt hinausgedrängt, und das bedeutet: längere Wege zum Arbeitsplatz.

5. Was eigentlich macht die Freude am Eigentum aus in einer Zeit wachsender Sozialisierungstendenzen? Hat diese Freude nicht viel Spießbürgerliches? Dann seien die Kinder doch wenigstens "versorgt"? Man frage Kinder, deren Elternhäuser in Ostpreußen oder in Schlesien standen.