Der 20. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR stand im Zeichen gegensätzlicher Ansichten über die künftige Gestaltung dieses Gedenktages. Da der 17. Juni diesmal auf einen Sonntag fiel, wurde die Entscheidung vertagt.

Auf dem Westberliner Friedhof Seestraße sagte Bürgermeister Schütz (SPD), es sei „kein Tag zum Feiern“, vielmehr „ein Tag zum Gedenken an die Toten und ein Tag zum Nachdenken über die Zukunft der Deutschen“. Der neue CDU-Vorsitzende Kohl wehrte sich auf der zentralen Kundgebung von Unionspolitikern in der Charlottenburger Sporthalle dagegen, den 17. Juni als Feiertag in Frage zu stellen. Ein Volk könne nicht ohne Geschichte leben, wenn es nicht seine nationale Identität verlieren wolle.

Übereinstimmend unterstützten Bundeskanzler Brandt, die Parteien, Gewerkschaften und der Städtetag eine Erklärung des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, daß Einheit, Freiheit, gemeinsame Kultur und Selbstbestimmung eine „bleibende Herausforderung“ seien.