Wenn am 29. Juli die Griechen aufgerufen werden, sich für oder gegen die Abschaffung der Monarchie und für oder gegen ein sogenanntes „Republikanisches und parlamentarisches Präsidial-System“ zu entscheiden, steht ihnen ein Farberlebnis eigener Art bevor. Das „Nein“ wird nämlich an anderer Aufmachung ausgedrückt als das „Ja“. Dieses Verfahren mag auf den ersten Blick an Methoden erinnern, wie sie bei; Abstimmungen in Ländern, verwendet weiden, in denen die Analphabeten zahlreich sind. Aber Analphabetismus – kann man ebensowenig wie Mangel an politischer Erfahrung den Griechen vorwerfen, denen die europäische Kultur von alters her so viel zu verdanken hat. Was also geht heute in Griechenland vor?

Diktaturen – und sei es die moderne von Athen – stellen sich nun einmal durch die Tricks bloß, die den Machthabern einfallen.

Diesmal hat der Bürger, der ein, „Nein“ ausdrücken will, einen Stimmzettel zu benutzen, der Mißstimmung und Trauer hervorruft: schwarze Buchstaben auf grauem Grund.

Der „Ja“-Zettel aber drückt Freude und Nationalstolz aus: blaue Lettern auf. weißem Grund. Blau und weiß – die griechischen Symbole! Mit anderen Worten: Das unerwünschte „Nein“ ist schmutzig und trostlos, das erwünschte „Ja“ aber schön und würdig. Vor solche Wahl gestellt, zieht doch wohl jeder anständige Mensch das Schöne dem Häßlichen vor.

Das ist die Farbenlehre der Obristen die den Anlaß dieses Referendums benutzen, sich das Mäntelchen der Legalität umzuhängen: ein blau-weißes.