Von Hans-Dieter Kulhay

Die Erkenntnis, lebenslanges Lernen sei unerläßlich, hat es zu einiger Popularität gebracht. Doch die Konsequenzen daraus werden kurioserweise nicht gezogen. Die deutschen Bildungsfunktionäre jedenfalls sehen keinen Grund, ihre alten Konzepte zu korrigieren. Das gilt auch für die Schulen, wobei die berufsbildenden Schulen keine Ausnahme machen.

Wichtig wäre es, Techniken zu vermitteln, mit deren Hilfe jeder auf der Basis des Schulwissens auch ohne Lehrer weiterlernen kann. Doch das geschieht höchst selten. Dabei wird die Bereitschaft und Fähigkeit, ständig kritisch hinzuzulernen, von Pädagogen aller Fächer als eines der wesentlichen Erziehungsziele genannt. Spezielles Berufswissen ist ohnehin erfahrungsgemäß nach acht Jahren überholt. Doch auch hier ist der Weg von der Erkenntnis zur praktischen Konsequenz oft lang.

Ein häufiger Einwand ist verständlich: Wer die tägliche Arbeitszeit absolviert hat und nicht überdurchschnittlich lernmotiviert ist, verspürt nicht unbedingt Lust, abends noch in ein Lehrbuch zu sehen. Die Ausbilder in den Betrieben erproben deshalb ständig neue Wege, die es erlauben, kurzfristig auftretenden Ausbildungsbedarf aktuell und ansprechend zu befriedigen. Dabei entdeckten sie ein Medium, das dieser Anforderung weitgehend entspricht: die Kassette.

Die Tonbandkassette hat bereits einen festen Markt erobert. Sie erfüllt wesentliche Anforderungen, die für die Erwachsenenbildung unerläßlich sind: Sie kann aktuell sein, ansprechend und auch anschaulich, wenn „Hörbilder“ vermittelt werden. Auf jeden Fall ist sie eines der wirtschaftlichsten Kommunikationsmittel.

Hinzu kommt, daß Ton-Kassetten praktisch überall eingesetzt werden können, da sie auf jedem handelsüblichen Kassettenrecorder abspielbar sind. Auch den Unternehmen mit weitverzweigtem Niederlassungsnetz erleichtern es Kassetten, überall zu gleichen Aussagen zu kommen.

Natürlich können Kassetten, rein betriebsinternen Zwecken dienen. So geben Unternehmen aktuelle Entscheidungen ihrer Spitzenmanager per Tonkassette an alle betroffenen Mitarbeiter in kürzester Zeit weiter. Doch daneben wächst das Angebot an fertig besprochenen Lehrkassetten. Immer neue Sektoren der betrieblichen Praxis werden von den Kassettenproduzenten erschlossen.