Kein Glück hat die zweitgrößte italienische Kaufhausgruppe La Rinascente in Mailand mit der Reorganisation ihres Verkaufs. Auch nach kostspieligen Umbauten und der Auswechslung fast des gesamten Führungsstabes besserte sich die Ertragslage nicht. Für 1972 ist bei über 1,5 Milliarden Mark Umsatz nicht einmal eine Million Mark Konzerngewinn herausgesprungen.

Nun prüfen die Großaktionäre in Gesprächen mit der deutschen Karstadt-Gruppe und anderen Riesen der Kaufhausbranche, wie man mit internationaler Zusammenarbeit die, 167 Kleinpreisläden, 60 Supermärkte und sieben Großkaufhäuser der Gruppe wieder flott bekommt. Das Kapital von 18 Milliarden Lire (rund 90 Millionen Mark) gehört zu je elf bis zwölf Prozent der Fiat-Gruppe und der staatlichen Industrie-Finanzierungsbank Mediocredito, während sich 32 000 weitere Aktionäre den Rest teilen.

An der Mailänder Börse geht die Version um, daß im Falle erfolgreicher Verhandlungen der Karstadt-Gruppe im Zuge einer Kapitalerhöhung ein Minderheitspaket eingeräumt werden soll.

Zu den Ursachen der Krise bei La Rinascente gehört unter anderem auch eine wenig glückliche Standortpolitik. So mußten häufig Supermärkte kurze Zeit nach der Eröffnung wieder geschlossen werden. Bei den Großkaufhäusern der Gruppe liegen die Preise vergleichsweise zu hoch. Außergewöhnliche Verluste bringen schließlich die häufigen Streiks der 15 000 Beschäftigten.

Schon vor Jahresfrist waren Gerüchte aufgetaucht, nach denen sich die Kaufhof-Gruppe für La Rinascente interessiere. Kurssprünge an der Mailänder Börse wurden mit Aktienkäufen, der deutschen Gruppe in Zusammenhang gebracht. Aber sowohl von deutscher wie von italienischer Seite wurden die Börsengerüchte dementiert. Die Zusammenarbeit der beiden Gruppen, so ließ der Kaufhof verlauten, beschränke sich auf gewisse gemeinsame Einkäufe in Drittländern. grö