„Der Gehetzte von Soho“ (England 1962) von Ken Hughes (ZDF 2. Juli), einem bei uns weithin unbekannten britischen Regisseur und Autor, dessen Shakespeare-Gangsterfilm „Joe Macbeth“ eine gewisse Kult-Reputation erlangte. In „The small world of Sammy Lee“ (so der angemessen unspektakuläre Originaltitel) zerpflückt Hughes die gängigen Klischees über das Londoner Vergnügungsviertel. Anthony Newley spielt einen schäbigen kleinen Entertainer, der schäbigen großen Gangstern viel Geld schuldet. Ohne melodramatisches Beiwerk porträtiert Hughes mit realistischer Genauigkeit ein mieses Milieu. In den freudlosen Gassen von Soho gibt es Glamour nur für Touristen. HCB

„Die Nacht des Jägers“ (USA 1955) von Charles Laughton (West III 30. Juni). „Der Mann, der lügt“ (Frankreich 1967) von Alain Robbe-Grillet (Südwest III 30. Juni). „Das Schloß“ (BRD 1968) von Rudolf Noelte (ZDF 3. Juli).

Annehmbar:

„Gruft der Vampire“ von Roy Ward Baker. „Die Wohngenossin“ von Nicos Perakis.

Fragwürdig:

„Tedeum – Jeder Hieb ein Prankenschlag“ von Enzo G. Castellari. Ein Halleluja für Enzo Barboni, dessen immerhin sorgfältig produzierten Kassenerfolgen diese dünne Spaghetti-Westernklamotte hartnäckig nacheifert. Zwar wimmelt es in diesem Plagiat erstaunlicherweise von originellen Einfällen, doch schlampige Dramaturgie, Geschwätzigkeit und üble Synchronisation („... also, dir hau ich doch gleich die Flügel in die Beißer, du Filz mit Hut“) erdrosseln das Vergnügen. BB

„Russischer Sommer“ von Antonio Calenda. „Männer wie die Teufel“ von Keith Larsen. „Der Sizilianer“ von Carlo Lizzani. „Das Bullenkloster“ von Franz Marischka. „Liebesgrüße aus Pistolen“ von Gordon Parks. „Camorra“ von Pasquale Squitieri. „Hard Rider“ von Burt Topper.