Fiat und Citroën sind übereingekommen, den 1968 geschlossenen Kooperationsvertrag zu lösen. Diese Mitteilung enthielt der am Mittwoch der Citroen-Hauptversammlung vorgelegte Bericht des Verwaltungsrates. Die Fiat-Verwaltung in Turin hatte ihrerseits bereits einige Tage vorher die Scheidung bekanntgegeben; um allen Spekulationen ein Ende zu setzen.

Fiat hatte ursprünglich auf eine weitergehende Integration der beiden Gruppen gedrängt. Citroën hingegen war nicht bereit, seine Unabhängigkeit aufzugeben. „Eine gründliche Untersuchung der Vorschläge von Fiat hat ergeben, daß der von dieser Gruppe gewünschte Integrationsprozeß gefährliche Risiken für die Interessen der Citroën mit sich bringen könnten“, heißt es im Citroën-Bericht.

Obwohl die 1968 gegen den Willen de Gaulles geschlossene Ehe in die Brüche geht, wollen beide Häuser auf einigen Gebieten auch in Zukunft Freundschaft pflegen. „Man ist übereingekommen, einige gemeinsame industrielle und kommerzielle Initiativen auf neuen vertraglichen Grundlagen weiterzuführen“, heißt es dazu im Bericht des Citroën-Verwaltungsrates.

Spezialverträge sollen die bisherige Kooperation ablösen. Noch ist nicht bekannt, wie Fiat sich finanziell aus der Affäre ziehen wird. Die Turiner besitzen 49 Prozent des Kapitals an der seinerzeit mit dem Citroën-Hauptaktionär Michelin errichteten Holding-Gesellschaft Pardavi. Der Wert dieser Beteiligung ist etwa 250 Millionen Franc wert. Die Holding ist an Citroën S. A. mit 53 Prozent beteiligt. fg