Köln

Wenige sind Unternehmer. Aber alle haben das Recht, Unternehmer zu werden. Vor zwei Jahren machte der gelernte Konditor Karl Sadeck („Ich hab’ von Buchführung und so was nie eine Ahnung gehabt“) die Probe auf sein Recht. Kürzlich stand er vor dem Amtsgericht, weil er gegen die Konkursordnung verstoßen hat.

Seine kurze Unternehmer-Odyssee begann mit einem Traum und einer Frau. „Er träumte davon, einmal einen weißen Smoking zu tragen“, sagt sein ehemaliger Freund, der Schneider, zum Richter. „Ich hab’ dann erstmal in eine Imbißstube eingeheiratet“, sagt Sadeck. Den weißen Smoking bekam er; getragen hat er ihn nie.

Die Imbißstube ging gut. Sadeck und seine Frau hatten Monatsumsätze bis zu 60 000 Mark. Da kauften sie eine Imbißstube dazu, und ließen es auch gleich im Plural auf ihren Lieferwagen malen: Sadeck-Betriebe. „Denn“, so Unternehmer Sadeck, „ich wollte die ganze Stadt mit solchen Imbißstuben überziehen: In jedem Viertel, in jedem Stadtteil eine Imbißstube ... Und in anderen Städten...“

Sadeck bekommt heute noch leuchtende Augen, wenn er an die vielen Imbißstuben denkt. Und vielleicht denkt er dabei auch an seinen Kollegen, den „Wienerwald“-Jahn, der im eigenen Jet durch sein Imperium fliegt.

Der Richter gibt zu bedenken: „Wir haben aber doch hier in der Stadt an jeder Ecke eine Imbißstube. Die können doch zur Hälfte nicht leben und nicht sterben...“

Sadeck ist aber noch ganz bei seiner Idee: „Und dann hat mir ein Werbemann ein großes Schild gemacht, sehr schön und sehr werbewirksam.“ Der Richter geht der Sache mit dem Schild nach und erfährt: „Aber die Post sagte, wenn ich das auch im Telephonbuch haben wollte, müßte ich das als KG anmelden. Na ja, dann bin ich zum Steuerberater gegangen. Der hat dann gesagt: ‚Sie sind der Komplementär und Ihre Frau ist Kommandantin.‘“ – „Kommanditistin“, verbessert der Richter.