Richtiger Zucker, der wie richtiger Zucker süßt, jedoch dem Körper keine Nährstoffe zuführt – das könnte die Lösung eines Problems sein, mit dem sich Mediziner und Ernährungsfachleute seit langem herumschlagen. Diabetiker und andere, auf eine zuckerfreie Diät angewiesene Personen wären nicht mehr auf synthetische Süßstoffe angewiesen, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit in letzter Zeit arg angezweifelt wird.

Solche kalorienfreien Zucker glaubt Alenandro Zaffaroni in ein paar Jahren in seiner kalifornischen Firma „Alza“ herstellen zu können. Vorher hofft er schon einen anderen Beitrag zur menschlichen Gesundheit zu leisten, nämlich chemische Nahrungszusätze wie Farben, Konservierungsmittel und Aromastoffe zu produzieren, die im Gegensatz zu den heute üblichen, nicht in den menschlichen Organismus gelangen können.

Das Prinzip ist einfach: Es basiert darauf, daß nur kleine Moleküle die Darmwände zu passieren vermögen, weshalb großmolekulare Stoffe wie Proteine oder Kohlehydrate bei der Verdauung aufgespalten werden. Da aber chemische Nahrungszusätze in der Regel aus kleinen Molekülen bestehen, gelangen sie unverwandelt in den Organismus, wo sie sich dann als nutzlose oder gar schädliche Fremdkörper mehr oder weniger lange aufhalten.

Die Alza-Chemiker versuchen deshalb, den Molekülen solcher Substanzen Molekülketten anzuhängen, die sie gewissermaßen sperrig machen, so daß sie die Darmwand nicht mehr durchdringen können. Gelungen ist dies den Forschern schon bei zwei Lebensmittelfarben. Ob sich auch Aromastoffe oder Zucker molekular „vergrößern“ lassen ohne ihre geschmackliche Wirkung zu verlieren, hängt davon ab, wie der Mechanismus des Schmeckens funktioniert, über den es bislang nur widersprüchliche Theorien gibt. Zaffaroni ist aber guter Hoffnung: „Wir haben da unsere Haus-Hypothese“, sagt er geheimnisvoll. -ow