Hervorragend:

„Die letzte Vorstellung“ von Peter Bogdanovich. „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ von Luis Buñuel. „Sieben Chancen“ von Buster Keaton. „Atalante“ und „Zéro de Conduite“ von Jean Vigo.

Im Fernsehen: „Schatten“ (Deutschland 1923) von Arthur Robinson (Nord III 7. Juli). Dieser Film, von dem in Deutschland aufgewachsenen Amerikaner Robinson gedreht, zeigt meisterhaft den im romantischen und expressionistischen deutschen Stummfilm zur Vollendung entwickelten dramaturgischen Gebrauch von Licht, Schatten und Spiegeln. In einer „nächtlichen Halluzination“, so der Untertitel, durchlebt eine vornehme Gesellschaft ihre erotischen Begierden in einer Séance, die an der Freudschen Psychoanalyse orientiert ist und in einer Katastrophe mündet. Der Film wurde auf Stummfilmgeschwindigkeit umkopiert und mit Musik nach den Originalmotiven von Ernst Riege unterlegt. HPK

„Der Teufelshauptmann“ (USA 1953) von John Ford (ARD 7. Juli). „Moby Dick“ (USA 1956) von John Huston (ARD 8. Juli).

Sehenswert:

„Tschetan, der Indianerjunge“ von Hark Böhm. „Schuld und Sühne“ von Lew Kulidschanow. „Ein Schuß Sehnsucht – Sein Kampf“ von Lothar Lambert und Wolfram Zobus. „Soul to Soul“ von Denis Sanders. „Betrogen“ von Don Siegel (siehe Seite 24).

Im Fernsehen: „Der Steinwurf“ (Chile 1972) von Aldo Francia (ZDF 9. Juli). In Valparaiso, noch vor der Wahl Allendes, kommt ein Padre mit Seuchen, Hunger, Streik, Wohnungsnot in Berührung; er wird immer skeptischer und ratloser, findet bei Kollegen und beim Bischof keinen Rat und wechselt langsam aus dem Villenviertel, in dem er Dienst tut, in das Lager der Arbeiter über. Er verläßt die Kirche und wird „Arbeiterpriester“. Nüchtern konfrontiert Francia tatkräftige Hilfe mit schönen leeren Sprüchen, eine traditionelle Prozession mit einer Protest-Demonstration. Ein betont unauffälliger, etwas langatmiger, aber ehrlicher und pragmatischer Film neben all den schwülstigen Melodramen, die zur Zeit aus Lateinamerika kommen.