Schon immer gehörte die Dyckerhoff & Widmann AG, München, zu den ertragsstärksten deutschen Aktiengesellschaften. 1972, im Jahr der Fusion mit der Siemens-Bau-Union GmbH, hat das Unternehmen jedoch alle bisherigen Rekorde gebrochen. Der ausgewiesene Überschuß ist auf 23,5 (12,4) Millionen Mark gewachsen und die Ertrags- und Vermögensteuern zogen auf über 42 (31) Millionen Mark an, davon knapp 60 Prozent Körperschaftssteuern.

Der Vorstand mußte einräumen, daß man im letzten Jahr auf jeden Fall das alte Aktienkapital von 25 Millionen Mark verdient hat – und sogar noch einiges darüber, so daß man nahezu an das neue Grundkapital von 34,2 Millionen Mark herankam. Das Betriebsergebnis war zwar "nicht viel besser", zu dem wesentlich gesteigerten Gesamtertrag trugen aber eine Reihe von Sondereinflüssen bei. Es wurden mehr Bauten abgerechnet, man profitierte von der Situation am Kreditmarkt und der Saldo aus außerordentlichen Erträgen und Aufwendungen konnte um zehn Millionen Mark angehoben werden. Dank der 124 (71) Millionen Mark Bankguthaben zum Bilanzstichtag wurde ein positiver Zinssaldo von 3,4 Millionen Mark (im Vorjahr minus eine Million Mark) erzielt.

Die Aktionäre erhalten zusätzlich zu der Dividende von 18 Prozent diesmal einen Bonus von zwei Prozent. In die Rücklagen gehen, 15 Millionen Mark, so daß sie jetzt 66 Millionen Mark übersteigen. Auch für 1973 sind 18 Prozent Dividende so gut wie sicher. Das; Ergebnis werde, so hieß es, "zwar erheblich zurückgehen, aber noch einigermaßen angemessen" sein. Nachdem 1972 dywidag den Umsatz um fünf Prozent steigerte und zusammen mit der Siemens Bau-Union mit 1,38 Milliarden Mark an dritter Stelle in der Umsatzstatistik der deutschen Baufirmen rangierte, werden 1973 eher einige Abschmelzungsverluste erwartet. Doch nominal werden die Erlöse kaum zurückgehen. Im ersten Halbjahr wurden bereits 600 Millionen Mark umgesetzt. Bei einem Auftragseingang von 660 Millionen Mark (10 Prozent weniger) stieg der Auftragsbestand auf 1,14 Milliarden Mark. Dies reicht für gut zehn Monate. bö