Die chinesische Nachrichtenagentur "Hsinhua" gibt Reiseeindrücke einer chinesischen Journalistendelegation wieder, die sich in der Bundesrepublik auch über Auffassungen zu Entspannung und Sicherheit informierte:

"Die Bundesrepublik Deutschland liegt im empfindlichsten Gebiet Mitteleuropas. Eine Supermacht hat eine große Zahl von Truppen an seiner Ostgrenze zusammengezogen. Dies ist die Wirklichkeit, der die Bundesrepublik ins Auge sehen muß. Westdeutschland ist deshalb der Meinung, daß es sich auf eine andere Supermacht stützen muß – auf die Truppen der Vereinigten Staaten (und die Großbritanniens und Frankreichs), die in Westdeutschland zur Sicherheit und zur Herstellung eines militärischen Gleichgewichts stationiert sind.

Im Verlauf unseres Aufenthalts in Westdeutschland haben Vertreter sowohl der regierenden Parteien als auch der Oppositionspartei erklärt, daß sie, obwohl sie sich über die Politik gegenüber der Sowjetunion nicht einig seien, doch gemeinsam hofften, daß die amerikanischen Truppen weiterhin in Westdeutschland stationiert bleiben ...

Der Sozialimperialismus erhebt ein großes Geschrei über ‚Entspannung‘, ‚Frieden’ und ‚Sicherheit‘ in Europa einerseits, während er andererseits nie aufhört, seine militärische Macht zu verstärken.

Bei dieser Lage der Dinge stellten wir fest, daß die Reaktion der westdeutschen Bevölkerung unterschiedlich war. Bestimmte Leute sind der Meinung, daß Verhandlungen besser seien als keine Verhandlungen und daß es besser sei, eine Europäische Sicherheitskonferenz abzuhalten, als keine abzuhalten... Es gibt auch Leute, die von dem lauten Geschrei der sowjetischen Führer irregeführt wurden und glauben, sie könnten wirklich ihre Politik gegenüber Europa geändert haben. Aber es gibt auch viele Leute, die relativ wachsam gegenüber dem Geschrei sind, die die Worte und Taten der sowjetischen Führer genau und von Grund auf beobachtet haben und die diesen Hausierern nicht trauen, ‚die sich bis zu den Zähnen bewaffnet haben, während sie über den Frieden reden‘."