Die Vorstellungen der Wissenschaft über die jüngste geologische Geschichte des Mars müssen revidiert werden. Ursprünglich für einen trockenen, staubigen Planeten gehalten, zeigte er auf den ersten Mariner-9-Photos Spuren einer Erosion durch fließendes Wasser. Jetzt – entdeckte Dr. Julian Karte von der Hofstra University in New York bei neuerlichem Durchforschen dieser Aufnahmen deutliche Zeichen einer Erosion, wie sie durch Gletscher hervorgerufen wird.

Heute sind diese in der Nähe des Mars-Südpols liegenden Gebiete eisfrei; die Gletscher formten diese Strukturen vor einigen Millionen Jahren, also in einer geologisch gesehen nahen Vergangenheit, als die Polkappen des Mars noch weit ausgedehnter waren. Möglicherweise geht dies auf die gleiche Ursache zurück, die auch auf der Erde zu Eiszeiten führte. Es sind mehrere dem Matterhorn ähnliche Gebilde beobachtet worden, dessen charakteristische kantige Form ihr Dasein der Hobelkraft von fließendem Eis verdankt.

Besonders die weichlandenden Sonden, die in den nächsten Jahren gestartet werden, sollen noch eine Fülle neuer Daten liefern, so daß der rote Nachbarplanet wohl in Zukunft zu einem Hauptthema der Forschung avanciert. the